FAQ - Häufige Fragen und Antworten zur Rattenhaltung
Wir haben versucht, hier die häufigsten Fragen zur Rattenhaltung zusammen zu tragen. Viele Fragen, die hier nicht extra aufgeführt sind, werden auf unseren anderen Seiten beantwortet. Schaut also bitte auch dort nach.
Fragen:
Wo bekomme ich Ratten
her?
Welche Kosten kommen auf mich zu?
Wie
erkenne ich, ob die Ratten gesund sind?
Ab welchem Alter sind Kinder geeignet,
Ratten zu halten?
Wie alt werden Ratten?
Kann ich eine Ratte einzeln
halten?
Was ist besser, die Haltung im Käfig oder Aquarium?
Die
richtige Käfiggröße
Lieber Weibchen oder Männchen?
Was
ist mit meinen anderen Haustieren?
Was mache ich, wenn eine meiner beiden
Ratten stirbt?
Hilfe, meine "alte" Ratte jagt die "neue" Ratte"
(Integration)?
Kann man Ratten erziehen?
eine Ratte ist scheu und
verkriecht sich vor mir (Ratten zähmen)!
Warum beißt meine Ratte
mich?
Meine Ratte knirscht mit den Zähnen (Zähneknuspern)!
Meine Ratte "blutet" aus der Nase und den Augen!
Stinken Ratten?
Kann ich meine Ratten mit nach draußen
nehmen?
Kann mein Vermieter die Rattenhaltung verbieten?
Meine Ratte kratzt sich sehr häufig
Die
Etagen im Käfig stinken...was kann ich tun?
Meine Ratte wackelt ständig
mit dem Kopf
Ich möchte eigenen Nachwuchs
Sind weiße Ratten kranker
wie farbige Ratten?
Sind Notfallratten
verhaltensgestört?
Wie hebe ich eine Ratte richtig
hoch?
Womit fülle ich das Rattenklo?
Ich
habe wilde Ratten im Haus/Garten/Schuppen!
Kann ich Krankheiten von
Ratten bekommen?
Meine Ratte macht Geräusche beim Atmen
Meine Ratte nagt ständig am Käfiggitter
Meine Ratte würgt / erbricht sie?
Offizielle FAQ von www.Rattenforum.de
Antworten:
Wo bekomme ich Ratten
her?
Es gibt mehrere Möglichkeiten, um an Ratten heranzukommen. Die besten Alternativen sind sicherlich die
Notfalllisten der Vereine / Tierschutzorganisationen und die Tierheime.
Wir haben zu diesem Thema einen Artikel im
Ratten ABC: "Notfallratte kontra Zooladenratte" - dort findet ihr die Gründe,
die unserer Ansicht nach für sogenannte Notfallratten (die es in allen
Altersklassen gibt, auch Babys) und gegen den käuflichen Erwerb im Zoohandel und
beim "Züchter" sprechen.
Welche Kosten kommen auf mich
zu?
Zuerst einmal ist da der Käfig. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, entweder baut
man sich selbst einen, oder man kauft ihn gebraucht oder neu. Anregungen, wie ihr einen Käfig einrichten oder
basteln könnt, findet ihr in "Der Rattenkäfig" und in der
Käfiggalerie im "Ratten ABC".
Einen neuen geeigneten Käfig für 2-4 Ratten bekommt man ab ca. 100 Euro. Dann kommt noch die Ausstattung dazu,
Etagen aus Holz (Reste aus dem Baumarkt), Futternäpfe, Nippeltränke, Einstreu und das Futter selbst.
Die Ratten selbst kosten im Tierheim eine Spende meist zwischen 5 und 8 Euro, im Zoohandel werden sie mit ca.
Euro 10 - 30 gehandelt. Die übliche Schutzgebühr von Privat liegt etwa bei der Tierheimschutzgebühr..
Tägliches Frischfutter, wie Obst und Gemüse kommen auch
noch dazu (meist hat man es sowieso im Haus) und nicht zu vergessen ist, dass
vielleicht auch der Tierarzt mal bezahlt werden möchte. Die Preise übersteigend
den Anschaffungspreis der Ratten selber oft um ein Vielfaches. Eine Kastration
zum Beispiel kostet je nach TA und Ort ca. zwischen 30 und 50 Euro, es können
auch mal Medikamente (z.B. Antibiotika) notwendig sein, die auch nicht immer
ganz billig sein müssen.
Wie erkenne ich, dass die
Ratten gesund sind?
Die Augen sollten klar und nicht verklebt sein. Die Ratten sollten neugierig und
interessiert an ihrer Umwelt sein. Junge Ratten kommen meist sofort ans Gitter gelaufen, wenn jemand davor
steht. Ratten, die apathisch in einer Ecke sitzen, sind krank.
Die Ratten sollten nicht ständig niesen, keine knackenden oder rasselnden Geräusche beim Atmen machen und
keinen rötlichen Ausfluss an Nase oder Augen haben. Das Fell sollte sauber und glänzend am Körper anliegen
(Ausnahme Rex-Ratten, diese haben gerade als Jungtiere ein recht welliges und manchmal struppiges Fell)
Die Afterregion sollte ebenfalls sauber und nicht verklebt sein. Das deutet in den meisten Fällen auf
Durchfall hin. Sichtbare Knubbel unter der Haut können Tumore oder Abszesse sein. Kleine Wunden im Kopf-Schulter
Bereich deuten auf Parasitenbefall hin, genauso wie kleine "Pickel" an den Ohren (Stichwort: Blumenkohlohren)
Weitere Infos findet ihr im Ratten ABC unter "Krankheiten".
Ab welchem Alter sind Kinder
geeignet, Ratten zu halten?
Eine bestimmte Altereingrenzung zur Rattenhaltung gibt es
nicht. Jedoch sollte ein Kind mindestens um die 12 Jahre alt sein und
Verantwortung für Tiere übernehmen können (ein viel wichtigere Punkt als das
Alter selbst). Kleinere bzw. jüngere Kinder können nicht abschätzen, wie fest
sie zupacken, können oft nicht verstehen, dass die Ratte ein dämmerungs- und
nachtaktives Tier ist (zumal sie um diese Uhrzeit oft schon im Bett liegen) und
lautes Kindergeschrei tut den empfindlichen Rattenohren weh. Auch sollte bei den
Kindern immer ein Erwachsener mit Rat und Tat zur Seite stehen. Das setzt
voraus, dass alle Familienmitglieder mit der Rattenhaltung nicht nur
einverstanden sind, sondern selbst ebenfalls Freude daran haben.
Wie alt werden Ratten?
Kann ich eine Ratte einzeln
halten?
Was ist besser, die Haltung im
Käfig oder Aquarium?
Die richtige Käfiggröße
Lieber Weibchen oder
Männchen?
Ratten sind sehr kleine Nagetiere und werden daher auch nicht sehr alt. Man kann
von einem durchschnittlichen Alter von 1,5 - 3 Jahren ausgehen, selten einmal etwas älter. Der Durchscnitt
liegt allerdings eher so um 2 Jahre.
Mit zunehmendem Alter (manche bereits ab ca. 1,5 J.) sieht/merkt man der Ratte den Alterungsprozess langsam an.
Die Ratte wird ruhiger, oft viel schmusiger, sie schläft sehr viel. Die Muskeln und Fett werden abgebaut, die
Ratte wirkt vor allem auf dem Rücken knochig. Die Haut hängt dort, wo vorher Fettpolster waren, herunter.
Manche Ratten (vorwiegend die schwereren Männchen) bekommen im Alter eine Lähmung an der Hinterhand, mit der
sie aber recht gut eine Zeitlang weiterleben können und manche Ratten werden im Alter blind. Man sollte dann
den Käfig nicht mehr umgestalten, jedoch absturzsicher machen, d.h. es der Ratte einfach machen, sich im Käfig
ohne großartige Kletterakrobatie bewegen zu können. Man sollte schon darauf achten, dass Wasser und Futter
erreichbar sind.
Lest euch zu dem Thema bitte unseren ausführlichen Artikel "Alte Ratten" im Ratten ABC
genau durch.
Nein und immer wieder nein! Auf keinen Fall sollte man eine Ratte einzeln halten.
Ratten sind sehr soziale Rudeltiere. Unsere domestizierten Farbratten leben genau wie ihre wilden
Vorfahren, die Wanderratten, in familienähnlichen Gruppen. Sie schlafen über- und untereinander. Sie putzen
sich gegenseitig, spielen zusammen und unterhalten sich im Ultraschallbereich. Das kann ihnen der Mensch
niemals ersetzten. Die Ratte verschläft nahezu den ganzen Tag und nachts schlafen wir Menschen. Als
Einzeltier hätte sie keine Möglichkeit, mit ihren Artgenossen zusammen zu kuscheln und die Ratte den ganzen
Tag mit sich herumzutragen ist ebenfalls nicht richtig, bedeutet sogar extremen Stress für das Tier. Die
artgerechtete Kommunikation unter Ratten kann der Mensch ebenfalls nicht ersetzten und wer will schon seine
Ratten ablutschen, sprich putzen!
Eine zweite oder auch dritte, gleichgeschlechtliche (!) Ratte macht eigentlich keine Mehrarbeit, außer dass
man etwas mehr füttert. Im Gegenteil, man kann sich um 2 Tiere kümmern, beobachten, wie sie miteinander
spielen usw.
Auch werden 2 Ratten genauso zahm (Ausnahmen gibt es immer, jedoch auch Einzelratten können
durchaus sehr scheu bleiben, werden oft sogar bissig mit der Zeit) wie eine einzelne. Es spricht also nichts
für eine Einzelhaltung, aber alles dagegen.
Es gibt natürlich auch hier Ausnahmen, die da wären, wenn man sich eine ältere Ratte aus dem Tierheim geholt
hat, die vorher einzeln gehalten wurde. Es kommt dann vor, dass diese Ratte kein zweites Tier neben sich
duldet. Im Normalfall ist es aber auch hier so, dass ein lange einzeln gehaltenes Tier gern eine zweite Ratte
nach einer angemessenen Integrationszeit annimmt.
Lest euch hierzu auch unsere Seite "Integration" durch und haltet euch bei
einer solchen bitte an den Plan, damit es nicht zu blutigen Beißereien oder gar
Todesfällen kommt.
in Glasbecken, wie ein Aquarium oder Terrarium bietet keine Möglichkeit, Etagen
einzubauen, es gibt keine für die Ratten so notwendige Klettermöglichkeiten, sogar die Anbringung einer
Nippeltränke ist mit Schwierigkeiten verbunden. Das größte Problem aber ist die ungenügende Luftzirkulation.
Die Ratten atmen ständig Ammoniak ein, was sich nicht gerade positiv auf die Gesundheit auswirkt und Ratten sind
ja bekanntermaßen sowieso sehr empfindlich, was die Atemwege angeht. Gerüche können sich nicht auflösen
und es kann dann stinken. Grundsätzlich ist ein großer Käfig (Streifenhörnchen- o. Chinchillakäfig, große
Voliere) besser geeignet. Seht Euch hierzu bitte auch die Seite über "Rattenkäfige" an.
Der Käfig sollte bei 2 - 3 Ratten eine Mindestgröße von 70 x 50 x 80 cm (LxBxH) haben,
wobei die Höhe nicht unterschritten werden sollte, da Ratten sehr gern in die
Höhe klettern. In der Übersicht der "Käfigfotogalerie" gibt es ein Tool, mit dem
man berechnen kann, wie groß ein Käfig für wieviele Ratten (und umgekehrt) sein
sollte.
Das ist im Prinzip völlig egal, solange es entweder nur Weibchen oder nur Böcke
sind bzw. Kastraten mit Böcken oder Weibchen. Wir selbst haben die Erfahrung gemacht, dass Böcke
insgesamt schmusiger und ruhiger sind, dafür umso verfressener und sich auch öfter mal raufen ;)
Rangeleien um die Alphastellung finden zwar auch bei
Weibchen statt, allerdings nicht so häufig - dafür meist aber mit richtig viel
Gekreische. Weibchen sind meist quirliger als Männchen, und sind etwas kleiner
und leichter als die Böcke. Dies kann man aber nicht auf alle Ratten beziehen.
Sie sind alle verschieden, es gibt genauso aktive Männchen und ruhige Weibchen.
Lasst einfach die Sympathie entscheiden.
Was ist mit meinen anderen
Haustieren?
Damit sollte man immer vorsichtig sein. Mäuse, Hamster und andere Kleinnager sowie Vögel
sollten nie in erreichbarer Nähe der Ratten sein, da sie den Jagdinstinkt der Ratten wecken und getötet werden
(können).
Großvögel, wie z.B. Papageien können wiederum für die Ratten gefährlich sein.
Meerschweinchen jagen die Ratten, aber auch umgekehrt jagen Meerschweine die Ratten und es kann zu bösen
Verletzungen bis hin zum Tod kommen. Auch bei Kaninchen sollte man vorsichtig sein, die meisten jagen die Ratten
ebenfalls bis zum Tode.
Auch Aquarien sollten zumindest sicher (!) abgedeckt sein, Ratten haben keine größeren Schwierigkeiten, die
Fische aus dem Becken zu angeln.
Für Katzen und Hunde sind Ratten ein Beutetier. Nur in seltenen Fällen gelingt es, Katzen oder Hunde daran zu
gewöhnen, dass die Ratten zur Familie gehören. Meist gelingt es nur, wenn man es bei Welpen versucht,
allerdings besteht auch hier die Gefahr, dass die Welpen die Ratten aus Versehen "totspielen".
Nicht ganz zu vergessen sind auch die scharfen Zähne der Ratten, die einer Hunde- oder Katzennase ganz
erhebliche Schäden zufügen kann (schon passiert)!
Selbst, wenn man meint, das die Ratte und das andere
Haustier sich gut vertragen, sollte man so grundverschiedene Haustiere niemals
(unbeaufsichtigt) zusammen lassen! Es sind und bleiben Tiere und diese sind
unberechenbar!
Was mache ich, wenn eine meiner
beiden Ratten stirbt?
Du hast also zwei Ratten und irgendwann ist einmal der Zeitpunkt da, wo eine von
ihnen in den Rattenhimmel geht. Nun ist das Problem da, eine Ratte sitzt allein im Käfig und es stellt sich die
große Frage: was mache ich jetzt?
Die Lösung ist natürlich, der einsamen Ratte wieder Gesellschaft zu geben. Und dann sollte man ihr (wenigstens)
zwei (2) Ratten dazu gesellen, zum einen ist die übriggebliebene Ratte vermutlich selbst schon älter und man
vermeidet das Problem, dass innerhalb mehr oder weniger kurzer Zeit wieder eine (jüngere) Ratte allein ist
und diese dann mit noch einer anderen Ratte vergesellschaftet werden muss. Zum anderen wäre ein Baby oft zu
stressig für die ältere Ratte. Rattenbabies haben ja einen großen Spieldrang und den können sie am besten
untereinander ausleben. Babys benötigen auch unbedingt den Kontakt zu gleichaltrigen Ratten um das
Sozialverhalten im Spiel zu erlernen, dass sie später im Zusammenleben mit Ratten benötigen
(unterwerfen etc.).
Wichtig ist, das Du Dich vorher genau über die Integration von neuen Ratten informierst, damit
Probleme weitgehend ausgeschlossen werden. Schließlich reagiert jede Ratte anders auf ihre Artgenossen und
wenn man gleich am Anfang alles falsch macht, hat man schnell Probleme.
Die
allerbeste Löung ist natürlich, schon von Anfang an wenigstens 3
gleichgeschlechtliche Ratte zu nehmen, dann kann man sich nach einem evt. Tod
einer Ratte ein wenig mehr Zeit mit dem (Aus)suchen und Integrieren einer oder
mehrerer neuen Ratten lassen. :)
Hilfe, meine "alte" Ratte jagt
die neue Ratte"
Wir haben
eine ganze Seite über die "Vergesellschaftung von Ratten" (Integration, unter
Ratten ABC) in unserer Homepage. Da steht alles über das "wie" der Integration
von neuen Ratten drin.
Kann man Ratten
erziehen?
Es gibt tatsächlich auch Ratten, die sich "erziehen" lassen. Sie können durchaus
stubenrein werden, wenn man ihnen während des Freilaufs Zugang zu ihrem Käfig gewährt oder eine erreichbare
Toilette anbietet. Meistens aber werden nur die größeren Geschäfte im "Rattenklo" erledigt, im Käfig und auch
im Auslauf pieseln sie doch hin, wo sie wollen. Müssen sie sogar, da sie damit ihr Revier markieren.
Manche Ratten lernen auf ihren Namen zu hören. Allerdings kennen einige ihn nur, wenn es etwas zu futtern
gibt (spricht ja eigentlich für ihre Intelligenz, oder?), besser gesagt, sie kennen ihn schon, sehen aber keinen
Sinn darin, darauf zu hören *g*.
Ein scharfes "Nein" bei Verboten lernen sie aber recht schnell. Es soll ja sogar Ratten geben, die sich
Kunststücke beibringen lassen - unsere husten uns allerdings nur was! ;) Aber ehrlich gesagt, haben wir das
auch nie wirklich ausprobiert, da wir ja keine Zirkusäffchen haben wollten, sondern Ratten.
Die meisten Ratten werden bei eingehender Beschäftigung
sehr handzahm, sie erkennen sogar ihren Halter persönlich. Seid aber nicht böse,
wenn eine eurer Ratten die Gesellschaft ihrer Artgenossen vorzieht! Ratten sind
Individualisten, wie wir Menschen auch.
Meine Ratte ist scheu und
verkriecht sich vor mir!
Lest euch hierzu bitte unsere Seite "Problemratten" unter
Ratten ABC durch, dort sind einige Tipps beschrieben.
Warum beißt meine Ratte
mich?
Hierfür gibt es viele
Gründe, daher haben wir diesem Thema ebenfalls eine eigene Seite geschrieben.
Ihr findet sie im Ratten ABC unter dem Titel "Problemratten".
Meine Ratte knirscht mit den
Zähnen (Zähneknuspern)!
Wenn Ratten mit den Zähnen knirschen (knuspern), kann das mehrere Gründe haben.
Ratten, die sich gerade besonders wohl fühlen, wetzen mit den Zähnen, wenn sie z.B. gestreichelt werden.
Die Ratte ist dabei meist ganz entspannt.
Zähneknirschen kann aber auch Angst ausdrücken. Ich habe in beiden Fällen die Erfahrung gemacht, das einige
Ratten dabei mit den Augen "wackeln".
Auch sehr wütende Ratten knirschen mit den Zähnen. Meist stellt sie sich dabei zusätzlich auf die
Hinterbeine, sträubt das Fell und /oder faucht.
Wenn kranke Ratten mit den Zähnen knirschen, ist
das meistens ein Anzeichen von großen Schmerzen.
Meine Ratte "blutet" aus der
Nase und den Augen!
Lest euch hierzu bitte unsere Seite "Krankheiten" unter Ratten ABC durch, dort wird
dieses Thema bereits erklärt.
Stinken Ratten?
Der Käfig sollte auf jeden Fall 1-2 mal wöchentlich gereinigt werden. Die
Etagenbretter nach Bedarf manchmal täglich. Auch sollte jeden Tag das Frischfutter vom Vortag aus dem
Käfig gesammelt werden, nicht nur weil es riechen könnte, auch weil es leicht anfängt zu schimmeln. Auch
das Rattenklo muss selbstverständlich täglich gereinigt werden, bzw. die Ködel ausgesiebt werden.
Aber auch,
wenn man den Käfig regelmäßig reinigt, wird man einen leichten Geruch merken.
Den gibt es bei jedem Tier (auch jeder Mensch hat seinen eigenen Geruch, nur
bemerken wir ihn nicht mehr). Die Ratten markieren sich, indem sie sich
gegenseitig anpieseln, Ausscheidungen haben sie auch und so ganz geruchlos
bleibt es dann eben nicht. Man kann Gerüche so gut eindämmen wie möglich, indem
man den Käfig sauber (aber nicht täglich den kompletten Käfig schrubben, damit
erreicht man das Gegenteil, nämlich dass die Ratten noch mehr markieren) hält,
darf aber nie vergessen, das trotzdem ein leichter Geruch (kein stinken)
entsteht.
Kann ich meine Ratten mit nach
draußen nehmen?
Man sollte Ratten nicht auf Spaziergänge außerhalb der Wohnung mitnehmen. Einmal ist die Ratte
ein umgebungsabhängiges Gewohnheitstier, welches sich in ungewohnter Umgebung schnell erschrecken kann. Jedes
Geräusch ist unbekannt und deren gibt es eine ganze Menge. Auch die zahmste, zutraulichste Ratte kann in
solchen Momenten vom Menschen herunterspringen und ist dann weg! Aber auch bekannte Geräusche können
die Ratte erschrecken oder sie fällt in einem unbedachten Moment von der Schulter oder aus dem Ärmel.
Leider haben wir schon von diversen solcher Fälle gehört :( und bereits einige "Fundratten" aus dem TH
aufgenommen.
Eine Überlebenschance hat die Farbratte in der freien Natur auch nicht. Dann kommt hinzu, das Ratten in der
Zeit, in der wir spazierengehen, meist nämlich am Tage, ihre Ruhephasen haben und schlafen. So bedeutet ein
Spaziergang zusätzlichen unnötigen Stress für sie.
Auch fördert es nicht gerade das Image der Ratte, wenn man andere Bürger auf der Straße erschreckt.
Noch ist die Allgemeinheit nicht bereit, Ratten als Haustiere anzuerkennen und mit solchen Aktionen schadet
man der Öffentlichkeitsarbeit der Rattenvereine sehr.
Auch in der Schule sind Ratten nicht angebracht. Es ist für die Ratte nicht angenehm, von lauter ihnen
fremden Kindern begrabbelt zu werden. Auch an den Lärm in Schulen und auf Straßen sollte man denken.
Ratten haben ein sehr feines Gehör und so muss ihnen der Straßenlärm wie Getöse vorkommen.
Auch das Mitnehmen unter Aufsicht in den Garten sollte unterlassen werden.
Es gibt einige Krankheiten von "wilden" Tieren, die sich über deren Ausscheidungen auf die Ratte übertragen
können. Einige davon können der Ratte auch gefährlich werden, mache sind tödlich. Parasiten machen
natürlich auch nicht vor Ratten halt...
Und für Ratten gibt es eben keine Vorsorgespritzen wie für Hunde oder Katzen.
Ratten sind Käfigtiere, die nicht wie Hunde draußen an der Leine mitgenommen werden müssen und
sie benötigen auch keine "frische Luft" draußen.
Man kann sich mit seinen Ratten sehr gut auch in der Wohnung beschäftigen, dort fühlt sie sich wohl, kennt
alles und kann auch nicht weglaufen, wenn man alles rattensicher macht.
Neuerdings werden in den Zoohandlungen auch Leinen für
Ratten angeboten.Wir raten wirklich jedem davon ab, von diesen Leinen Gebrauch
zu machen. Einmal aus den vorgenannten Gründen, zum anderen können Ratten sich
ganz leicht aus diesen Geschirren befreien. Es genügt, wenn sie sich rückwärts
dagegen stemmen...
Kann mein Vermieter die
Rattenhaltung verbieten?
Grundsätzlich ist die private Haltung von Klein- und
Käfigtieren (Vögel, Nager, Fische, sogar Katzen) in üblicher Anzahl erlaubt.
Jedoch kann der Vermieter bei Lärmentwicklung, Geruchsbelästigung und Störung
des allgemeinen Hausfriedens auf die "Entfernung" des Tieres bestehen. Leider
entsprechen manche Gerichte auch heute noch dem Anliegen dieser Vermieter, wenn
diese sich auf den Aspekt des "Ekeltieres" berufen. Schaut euch dazu auch mal
die Seiten von Steffen (URL auf der Linkseite) an, der sich auch mit rattigen
Urteilen beschäftigt. Auch im Rattenforum gibts es dazu in den "Allgemeinen
Fragen" immer wieder aktuelle Threads zu diesem Thema.
Meine Ratte kratzt sich
häufig
Häufiges Kratzen
kann ein Indiz für einen Parasitenbefall sein. Aber auch eine Allergie gegen Heu
oder eine zu staubige Einstreu kann hier der Grund sein. Weitere Infos hierzu
könnt ihr auf der Seite "Krankheiten" nachlesen.
Die Etagen im Käfig
stinken...was kann ich tun?
Es gibt da mehrere Möglichkeiten.
Einmal kann man die unbehandelten Holzplatten mit einer Innenraumlasur, die sabbersichersicher (Kinderspielzeug
geeignet) sein sollte, bestreichen.
Der Vorteil ist, dass man die Holzteile dann gut unter Wasser abwaschen kann. Ein mehrfacher Anstrich ist
notwendig. Zum Abschluss sollten die Bretter noch einmal angeschliffen werden, damit die Etagen nicht so
rutschig sind. Man kann natürlich auch die Häuser, Leiter usw. damit anstreichen.
Vor der Verwendung sollte man das Holz ein paar Tage ausdunsten lassen.
Man kann aber auch beschichtete Holplatten nehmen, sollte dann aber offene Seiten zusätzlich mit einer
entsprechenden Folie bekleben oder mit Ponal Weißleim versiegeln (3-4 mal dünn bestreichen).
Auch Dekofix eignet sich zum Bekleben von Holzplatten, wird allerdings von vielen Ratten auch schnell
wieder abgerissen. Man muss es einfach mal ausprobieren.
Trotzdem
sollte man immer bedenken, dass die Holzteile irgendwann ausgewechselt werden
müssen. Eine Lösung für viele Jahre gibt es nicht. Bereits stinkende Holzteile
bekommt man meist auch mit einem nachträglichen Streichen nicht wieder ganz
geruchlos.
Meine Ratte wackelt ständig mit
dem Kopf
Ratten mit roten oder dunkelroten (ruby, darkruby) Augen können schlechter sehen,
als ihre Artgenossen mit schwarzen Augen. Dieses Dezifit versuchen sie mit dem hin und her pendeln des Kopfes
auszugleichen.
Wenn es sich also um rotäugige Ratten (Albinos, alle beigefarbenen, Siam und auch viele Huskyratten) handelt,
ist das Kopfwackeln völlig "normal" - siehe auch Augenfarben bei den Farben und Zeichnungen im ABC.
Ich möchte eigenen
Nachwuchs
Es ist sehr unverantwortlich, einfach "nur mal so" eigenen Nachwuchs in die Welt zu
setzen. Die Notfallliste und auch die Tierheime sind übervoll und jedeR AbnehmerIn absichtlich produzierter
Babys verhindert den Notfällen ein neues Zuhause bei den Interessenten. Aufgrund der häufigen
Transportangebote (zB im Rattenforum) ist auch ein "bei mir gibts keine Notfälle" kein Argument,
zumal es wirklich immer irgendwo im Umkreis Notfallratten gibt.
Man darf auch nie vergessen, dass bei einem Wurf locker 20 Babys rauskommen können und ob man die wirklich
alle vermittelt, ist fraglich. Oft werden die Babys dann trotz "Reservierung" doch nicht alle abgenommen, weil
Farbe oder Geschlecht nicht passen. Wenn man die Übriggebliebenen dann nicht selber behalten kann/möchte,
werden sie zu weiteren "Notfällen" und landen im Tierheim oder gar in einer Zoohandlung...wo sie nicht selten
zu Futter werden.
Auch darf man nicht vergessen, dass für die Zucht von Tieren ein genetisches Grundwissen vorhanden sein
muss. Es gibt inzwischen einige Faktoren, die schädlich für die Babys sind, wenn bestimmte Gene (die
nicht mal sichtbar sind!) doppelt aufeinandertreffen, stirbt der Nachwuchs sogar nach wenigen Stunden oder
noch im Mutterleib!
Gegen eine gezielte Zucht mit Blick auf die Gesundheit und den Charakter von Ratten (das geht aber nicht
ohne Genkenntnisse) ist im Grunde nichts einzuwenden, wenn vorher Abnehmer für die Kleinen vorhanden sind und
nicht nur wegen der Farbe oder anderern unwichtigeren Gründen gezüchtet wird, wie es aber leider üblich
ist. Ratten auf Gesundheit zu züchten ist so ohne weiteres gar nicht möglich, es sei denn, man behält
alle Welpen über mehrere Generationen zur genauen Beobachtung/Kontrolle. Züchter mit den entsprechenden
Kenntissen sind geprüft und haben Zuchtlizenzen.
Allerdings sollte von der Zucht gänzlich abgesehen werden,
solange Hunderte an Ratten in den Notfalllisten stehen.
Sind weiße Ratten kranker als
farbige Ratten?
Weiße
Ratten können bedingt durch ihre roten Augen schlechter sehen, das ist aber auch
schon alles. Das schlechte Sehverhalten trifft allerdings auf alle rotäugigen
Tiere zu, also auch beigen Ratten, Siam, Husky usw.
Albinos neigen nicht vermehrt zu Krankheiten und
Tumorbildung wie ihre farbigen Artgenossen. Letztendlich stammen schließlich
alle zahmen Ratten von den Laborratten ab. Auch werden in Labors nicht
ausschließlich Albinistämme geztüchtet und "genutzt", sondern durchaus auch
farbige Rattenstämme.
Sind Notfallratten
verhaltensgestört?
Natürlich nicht immer und automatisch. Wie bei allen Tieren kommt es ganz auf
die Vorhaltung an. Allerdings erkennen gerade Ratten schnell, wenn es ihnen gut geht und ändern meistens ihr
Verhalten nach anfänglichem Zögern positiv.
Zweite Hand Ratten sind mit Sicherheit nicht verhaltensgestörter wie Zoohandlungsratten, die unter grellen
Neonleuchten ohne Versteckmöglichkeiten, also nicht artgerecht, gehalten werden.
Oftmals sind gerade Ratten aus Tierheimen oder die ein schlechtes Leben hinter sich hatten ganz besonders
anhänglich und schmusig :)))
Natürlich darf auch nicht
ungesagt bleiben, dass es immer wieder Ratten gibt, die mit ihrem Menschen nicht
allzuviel anzufangen wissen und es auch gar nicht wollen, Ratten die ihr Leben
lang scheu bleiben und sogar welche, die immer bissig bleiben. Das kann aber bei
allen Ratten vorkommen, ganz egal woher sie kommen.
Wie hebe ich eine Ratte richtig
hoch?
Man nimmt die Ratte mit einer Hand unter dem Bauch/Brustkorb und stützt sie mit
der anderen Hand unter dem Hinterteil ab. Ratten werden niemals am Schwanz hochgehoben. Der Schwanz ist
sehr schmerzempfindlich und bricht sehr leicht!
Bild machen!
Womit fülle ich das
Rattenklo?
Die meisten Ratten werden -zumindest im Käfig- soweit stubenrein, dass sie ihre
Ködel in ein dafür vorgesehenes Nagerklo absetzen.
Hierbei muss man beachten, dass man auf keinen Fall ein zu kleines Klo nimmt. Es gibt im Handel
extra Klos für Meerschweinchen oder Kaninchen, auch ein kleines Katzenklo eignet sich gut.
Füllen kann man die Klos mit Vogelsand, Maiseinstreu (Granulat) oder mit Katzenstreu. Bei Katzenstreu ist
darauf zu achten, dass dieses auf keinen Fall ein Klumpstreu ist!
Klumpendes
Streu klumpt nach dem Verzehr auch im Magen weiter und kann für die Ratte
tödlich enden!
Ich habe wilde Ratten im
Haus/Garten/Schuppen!
Die menschliche Umgebung - ein Paradies für Wanderratten...
Ratten leben seit Jahrhunderten mit dem Menschen zusammen. Dort wo der Mensch zu finden ist, gab und gibt es
auch immer Nahrung für sie. Darum nennt man sie auch "Kulturfolger". Nur dort, wo sie genügend Futter finden,
werden sie sich auch in problematischen Mengen ansiedeln.
Fallen und Rattengifte helfen nur kurzfristig -wenn überhaupt-, Ratten lernen schnellaus ihren Fehlern und
meiden zukünftig solche Dinge. Wirklich los wird man sie nur, wenn man ihnen die Nahrungsquelle nimmt.
Hier gilt also: alles, was essbar ist (Vorräte, Kartoffeln usw.), sehr gut wegschließen, "Gelbe Säcke" nicht
herumstehen lassen, auch dort finden Ratten immer wieder Nahrung (unausgewaschene Dosen, Becher etc,).
Essensreste gehören nicht auf den Kompost! So zieht man sich selber Wildratten an.
Wenn man alles, was für Ratten,
Mäuse & Co fressbar ist, wegräumt, werden die Tiere von ganz allein
weiterziehen.
Kann ich Krankheiten von Ratten
bekommen?
Im Grunde können Ratten natürlich genauso wie Hunde oder Katzen auch Krankheitem
auf den menschen übertragen. Die Gefahr, dass ein Hund oder eine Katze beispielsweise einen
Krankheitserreger ins Haus schleppen, ist aber wesentlich höher, als dass dies eine Ratte tut, die ja
im Haus bzw Käfig lebt und nicht nach draußen kommt.
Eher passiert es umgekehrt - der mensch steckt seine Ratten
mit z.B. Erkältungskrankheiten an.
Meine Ratte macht Geräusche
beim Atmen
Ratten machen eigentlich so gut wie keine Geräusche. Solche, die zum natürlichen Verhalten einer
gesunden Ratte gehören, sind Zähneknuspern (siehe Faq "Meine Ratte knirscht mit den Zähnen") oder
auch Piepsen/Fiepsen und bei Gefahr kann es auch schon mal vorkommen, dass sie fauchen.
Alle anderen
Geräusche, die sich knatternd u.ä., aber auch wie Meerschweinchengurren anhören,
sind nicht normal und die Ratte gehört zum Tierarzt. Gründe hierfür sind
meistens Erkältungskrankheiten, Lungenentzündungen, Wasser in der Lunge, Atemnot
usw. Siehe hierzu auch unsere Seite "Krankheiten" im Ratten ABC.
Meine Ratte nagt ständig am
Käfiggitter
Ein wirklich nervtötendes Geräusch, das verschiedene Ursachen haben kann. Hauptgrund ist wahrscheinlich
Langeweile. Die Ratte benötigt mehr Auslauf oder Zuwendung oder einen größeren und
abwechslungsreicher gestalteten Käfig. Auch kann es sein, dass nicht genug Nagematerial vorhanden ist
(Äste von Obstbäumen, hartes Brot usw.).
Manchmal kann es aber auch ein Anzeichen von
Schmerzen sein, wenn die Ratte sowieso nicht so sehr fit ist. Dann sollte sie
schnellstmöglich zum Tierarzt.
Meine Ratte würgt / erbricht
sie?
Erbrechen tut sie
sicher nicht, da Ratten sich nicht übergeben können. Das ist auch der Grund,
warum Ratten vor OPs nicht nüchtern bleiben brauchen (und auch nicht sollen).
Eine Falte zwischen Speiseröhre und Magen hindert sie am Erbrechen. Wenn eine
Ratte würgt, kann sie höchstens den Inhalt, der sich noch in der Speiseröhre
befindet, heraufwürgen (und im schlimmsten Fall daran ersticken) oder sie würgt
durch vorheriges Verschlucken Schleim aus der Lunge, was ebenfalls nicht
ungefährlich ist.