Kastration bei Ratten

Weibliche Ratten werden eher selten kastriert (ja, es heißt auch bei den Weibchen "kastriert", siehe Kästchen unten), meist liegen hier ausschließlich gesundheitliche Gründe, wie z.B. eine Gebärmutterentzündung oder -tumor vor. Aber auch dann handelt es sich um eine ziemlich riskante OP, die nicht jeder TA durchführen kann.
Hier geht es ausschließlich nur um das Kastrieren von männlichen Ratten.

Zuallererst: Rattenböcke sollten ein Mindestalter von 12 Wochen haben, bevor sie kastriert werden, da es sonst zu ernsthaften Entwicklungsstörungen kommen kann. Besser ist es, wenn die Ratte ein Alter von um 5-6 Monate hat, also körperlich soweit ausgewachsen ist.
Grundsätzlich sollte auch für Rattenböcke gelten: kastrieren im Allgemeinen nur aus gesundheitlichen Gründen. Jedoch kann es in verschiedenen Fällen doch einmal notwendig sein, einen Rattenbock auch aus anderen Gründen kastrieren zu lassen.
Diese Gründe wären u.a.:

- Starke Agressivität gegen die Artgenossen
- Starke Agressivität gegen Menschen
- Haltung eines verschiedengeschlechtlichen Rudels


Trotzdem sollten vorher alle pros und contras gründlich abgewogen werden, denn jede Kastration birgt natürlich auch ein hohes Risiko (im schlimmsten Falle Tod der Ratte) und ist niemals eine Garantie für den erhofften Wunsch.
Wichtig ist, dass man einen Rattenerfahrenen und vor allem auch OP-erfahrenen TA aufsucht, der möglichst eine Inhalationsnarkose anwendet. Das ist zwar oft teurer, aber weniger riskant für die Ratte.

Nachstehende Gründe können für eine Kastration sprechen:

- Kastraten können verschmuster werden (ist aber nicht immer der Fall!)
- Kastraten werden im Verhalten ausgeglichener, Agressionen können abnehmen (keine Garantie!)
- Oftmals markieren Kastraten weniger, das muss sich aber ebenfalls nicht änern.
- Kastraten können nach einer Frist (4-6 Wochen) zusammen mit Weibchen gehalten werden*


Gründe, die gegen eine Kastration sprechen, können sein:

- OP- und Narkoserisiko. Bei Ratten ist eine richtige Dosierung des Narkosemittels nicht immer unkompliziert
- Es gibt keine Garantie für die erhoffte Verhaltensänderung
- Kastraten werden meistens dick (und faul)
- sehr hohe Kosten, evt. weitere Kosten durch Nachversorgungen
- Postoperative Komplikationen, wie z.B. Abszesse, Wundwasseransammlungen u.a. sind nicht selten


Wichtig!
* Rattenböcke können auch nach der Kastration noch eine Zeitlang für Nachwuchs sorgen! Aus diesem Grund sollte man eine Frist von mindestens 4-6 Wochen einhalten, bevor man sie zu Weibchen integriert.
Es gibt Tierärzte, die Angaben von wenigen Tagen machen, das ist falsch! Wir kennen zig Fälle, wo kastrierte Böcke noch für Nachwuchs gesorgt haben, auch 4 oder 5 Wochen nach der erfolgreichen Kastration.

Unterschied Kastration / Sterilisation

Es ist ein Irrglaube, dass nur weibliche Tiere sterilisiert und nur männliche kastriert werden. Beides ist bei beiden Geschlechtern mäöglich, allerdings werden Sterilisationen in der Praxis nicht mehr durchgeführt, weil das Risiko nicht geringer ist als bei der Kastration und auch sonst keine Gründe dafür, viele aber dagegen sprechen.

Kastration

- männliches Tier: Entfernung der Hoden
- weibliches Tier: Entfernung der Eierstöcke/Gebärmutter

= die Tiere werden unfruchtbar gemacht und das Sexualverhalten unterdrückt.

Sterilisation

- männliches Tier: die Durchtrennung der Samenleiter
- weibliches Tier: Durchtrennung der Eileiter

= die Tiere werden unfruchtbar gemacht, das Sexualverhalten bleibt bestehen.

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