Die häufigsten Krankheiten bei Ratten

Wir sind keine Tierärzte, können hier also nur die allgemein bekannten Krankheiten sowie die von uns gesammelten Erfahrungen mit diesen weitergeben und auch keine fachgerechten Diagnosen stellen.
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir für die Gesundung/Wirkung durch Ratschläge von uns keine Gewährleistung übernehmen können. Es ist immer besser und auch gesünder für die jeweilige Ratte, einen rattenerfahrenen Tierarzt hinzuzuziehen! Hierzu stellt sich dann noch die Frage des Transportes der Ratte/n (im Auto) zum Tierarzt. Gerade bei sehr heissen Temperaturen gilt es einiges zu beachten.

Anzeichen von Erkrankungen können sein:

 - rötlicher Augen- und/oder Nasenausfluss
 - Geräusche beim Atmen
 - schnellere Atmung, Pumpatmung
 - gesträubtes Fell
 - Apathie - keine Nahrungsaufnahme
 - Abmagerung
 - Zusammenkauern, erstarrt sitzen bleiben (z.B. bei Schmerzen)
 - Lautäusserungen (Quieken bei z.B. Schmerzen)
 - Untertemperatur (Ratte fühlt sich im Ganzen "kalt" an)
 - Durchfall / Verstopfung
 - Beulen (Tumore: Geschwüre, Abszesse)
 - sonstiges verändertes Verhalten

Es gibt sicherlich noch etliche andere Anzeichen, dass eine Ratte krank ist. Wenn Ihr Eure Tiere genau beobachtet,werdet Ihr diese auch erkennen.

Verschiedene Krankheiten:

  Tumore
  Abszesse
  Bumblefoot (Ballenabszess) update
  Rötlicher Nasen- / Augenausfluss
  Atemwegserkrankungen
  Schnupfen und Erkältungen
  Schiefköpfigkeit
  Bindehautentzündungen
  Blindheit / trübe Augen
  Hinterhandslähmung update
  Verstauchungen, Brüche
  Wunden / Bisse
  Durchfall
  Erste Hilfe

Tumore
Es gibt leider einige Krankheiten, die bei Ratten immer wieder auftreten. Am bekanntesten sind wohl Tumore. Nun spricht man oft fälschlicherweise nur bei Krebsgeschwulsten von Tumoren; genauer handelt es sich bei einem Tumor aber um gutartige (benigne) oder bösartige (maligne) Neubildungen von Körpergewebe durch eine Fehlregulation des Zellwachstums. Ein Abszess ist im medizinischen Sinne also genauso ein Tumor wir ein Krebsgeschwür und im Grunde ist sogar eine Warze ein Tumor.

Obwohl die (Krebs) Geschwürbildung eigentlich eher eine typische "Alterserkrankung" ist, kommen diese inzwischen leider oft auch bei jüngeren Ratten auch unter einem Jahr vor. Meist zeigt sich zum Anfang ein kleiner fühlbarer Knoten unter der Haut, der oft sehr schnell an Größe zunimmt. Die bekanntesten Stellen, an denen sie auftreten, sind die "Achselhöhlen" (Milchleiste) und im oberen Bereich der Hinterbeine. Diese Tumore sind oft gutartig, abgegrenzt und von einem Ratten- und OP erfahrenen Tierarzut relativ leicht zu operieren.
Je eher man solch einen Knoten entdeckt und mit der jeweiligen Ratte zu einem rattenerfahrenen Tierarzt geht, um so besser sind die Operationschancen. Wenn ihr zu lange wartet, kann schnell das um den Tumor liegende Gewebe angegriffen werden und Metastasen in die inneren Organe gestreut werden. Das Alter der Ratte sollte aber in die Überlegung mit einbezogen werden, da mit höherem Alter (ca. 2 Jahren) ebenfalls ein erhöhtes Narkoserisiko auftritt. Auch der Allgemeinzustand entscheidet mit über eine OP.

Weitere Infos (was muss ich beachten?) zu Operationen und auch zu den verschiedenen Narkoseformen findet Ihr hier.

Leider kommen einige dieser Tumore innerhalb eines Zeitraumes von 2 - 3 Monaten wieder. Dies ist nicht die Regel, kann aber passieren. Dennoch würden wir eine OP immer in Erwägung ziehen - vorausgesetzt der Allgemeinzustand der Ratte lässt es zu. Man hat der Ratte immerhin ihr sowieso recht kurzes Leben um diesen für sie recht langen Zeitraum verlängert.

Mammatumor
Pünktchen mit einem Mammatumor (Milchleiste).
Hier findet Ihr Bilder von den herausoperierten Tumoren einiger unserer Ratten und Bilder von den Nähten.

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Abszesse
Nicht jeder Knoten muß aber gleich ein Krebsgeschür sein. Es kann sich auch um einen Abszess handeln. Der Unterschied ist für den Laien nicht immer leicht feststellbar. Lediglich, das ein Abszess oft weicher ist, da er mit Eiter gefüllt ist, läßt einen Abszess vermuten. Meist ist dieser, wenn er ausgereift ist, also kurz vor dem Platzen steht, rötlich angeschwollen. Eine, auch winzig kleine, Verletzung ist meist die Ursache für einen Abszess. In die Wunde dringen Bakterien ein. Da die Haut bei Ratten sich sehr schnell wieder schließt, werden Keime darin eingeschlossen und fangen an zu eitern. Bei jungen Abszessen kann man durch das Auftragen einer geeigneten Abszessalbe (mit dem TA abklären!) eine schnelle Reifung erreichen. Meist platzen diese dann von selbst auf und müssen sehr gründlich gereinigt und mehrere Tage lang gespült werden, damit sich nicht ein neuer A. bildet. Der Weg zum Tierarzt ist immer anzuraten, einmal um die geeigneten Medikamente zu erhalten (manchmal ist nach dem Platzen die Gabe von Antibiotika erforderlich), zum anderen um sicherzustellen, daß die Wunde fachgerecht und gründlich gereinigt ist.

Nicht behandelte Abszesse können für die Bildung weitere Abszesse sorgen, gerade im Kopfbereich kann es sogar zu einer schiefen Kopfhaltung, Entzündung im Hirn selber oder im Knochengewebe kommen.

Abszess
Ein aufgegangener kleiner Abszess

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Bumblefoot
Wunde geschwollene rote Fußballen können ein "Bumblefoot" sein. Hierbei handelt es sich eigentlich auch um Abszesse, die durch Kleinstverletzungen (z.B. durch harte, pieksende Einstreu) im Ballen entstehen können.
Die Ratte gehört umgehend zum TA, da sie durch die wunden Füße Schmerzen hat; ggf. muss ein Schmerzmittel verabreicht werden. Es ist darauf zu achten, dass sie ständig auf trockenem Untergrund läuft, am besten nur auf Küchenpapier/Zeitung, welche ggf. mehrmals täglich gewechselt werden muss. Der Schlafplatz sollte ebenfalls gut ausgepostert sein. Behandeln kann man mit bestimmten Lebertran-Zinksalben,
die der TA verordnet. Wir haben ganz gute Erfahrung mit einer Zink-Lebertransalbe im Wechsel mit Bepanthen- und Traumeelsalbe gemacht (alle 3 mehrmals täglich aufgertragen).

Bumblefoot
Bumblefoot im späteren Anfangsstadium

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Rötlicher Nasen- / Augenausfluss
Gerade bei den hellen Ratten fällt es schnell auf, rötlicher Nasenausfluß und "Tränen", rotverfärbte Stellen im Fell oder auch rote Spritzer im Schlafhaus oder rötlich verfärbtes Nistmaterial. Schnell denkt man an Blut. Tatsächlich handelt es sich um ein normalerweise klares Sekret, welches in Drüsen (Harder`sche Drüse) im Augenbereich gebildet wird. Meist schon am Beginn einer Erkrankung, das kann eine Erkältung, aber auch jede andere Krankheit sein, wird die Produktion anstatt eines klaren Sekretes auf ein rötliches umgestellt. Das kann dann aussehen, wie rote Tränen. Zwischen Augen und Nase gibt es, wie beim Menschen auch, einen Verbindungskanal, durch den das Sekret durch die Nase abfliessen kann. Man denkt erstmal an "Nasenbluten". Durch gegenseitiges Putzen oder aneinander gekuscheltes Schlafen kann dieses Sekret dann im Fell verrieben werden, wo es sehr schnell gerade bei hellfarbigen Ratten auffällt. Oft sind auch bedingt durch das Niesen der Ratten, rote Spritzer an den Innenwänden der Schlafhäuser zu sehen. Nach Auskurierung der Erkrankung (genau beobachten - ggf. erneuter Tierarztbesuch) kann sich die Produktion wieder auf ein klares Sekret umstellen, oft aber bleibt die Bildung des rötlichen Sekrets ein Leben lang bei, weil sich vielleicht ein bleibender chronischer Schaden, z.B. eine eingeschränkte Atemwegsfunktion, gebildet hat, oder ein durch eine Infektion vorhandener Virus sich immer noch im Körper der Ratte befindet. Das muß nicht unbedingt besorgniserregend sein, doch sollte man das Tier immer gut beobachten. Sobald sich knackende oder andere ungewöhnliche Atemgeräusche oder eine flache, schnelle oder unregelmäßige Flankenatmung einstellen, sollte die Ratte sofort dem Tierarzt vorgestellt werden, um eine Verschlimmerung der Atemwegserkrankung mit evt. späterer Atemnot zu vermeiden.

tränendes Auge
Hier kann man einen leichten rötlichen Ausfluss aus den Augen erkennen.

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Atemwegserkrankungen
sind unseren Erfahrungen nach bei den Ratten noch häufiger anzutreffen als Tumore. Diese äußern sich meist durch geräuschvolles Atmen, etwa knackende Geräusche, Rasseln oder Röcheln oft verbunden mit einer schnellen Atmung. Sie können bereits bei sehr jungen Tieren auftreten, haben aber durch eine frühzeitige Behandlung mit Antibiotika (geeignete Wirkstoffe: Tetracyclin oder Enrofloxacin, bei Baybs sind andere Wirkstoffe vorzuziehen, da diese beiden das Knochenwachstum behindern) eine einigermaßen gute Heilungschance, immer vorausgesetzt, man geht rechtzeitig zum Tierarzt.
Es wird vermutet, dass viele Ratten Mycoplasmose (Mycoplasma pulmonis) haben. Mycoplasmose selber ist derzeit noch nicht heilbar, aber man kann dafür sorgen, dass eine verdächtige Ratte lange Zeit oder sogar immer symptomfrei bleibt.
Angeblich (es gibt noch keine wissenschaftlichen Belege) tragen sehr viele Ratten den Erreger bereits in sich, ohne das er ausbrechen muß. Er kann bereits vom Muttertier auf die Babies übertragen worden sein. Für ein Ausbrechen der Myco. reicht oft eine andere Erkrankung (nicht nur Atemwegserkrankungen), Stress (häufiges Umbauen d. Käfigs, ständiges Stören der Ruhephasen) und auch fehlende Hygiene aus. Eine Diagnose am lebenden Tier ist so gut wie ausgeschlossen, da ein sicherer Erregernachweis nur durch eine Probe/Abstrich aus dem hintersten Nasenraum, Luftröhre oder Gebährmutter festgestellt werden kann, also einem verstorbenem Tier. Man sollte aber nicht davor zurückschrecken, ein verstorbenes mykoplasmoseverdächtiges Tier untersuchen zu lassen, um ggf. den Erreger auszuschliessen.

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Schnupfen und Erkältungen
sollte man auch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Schnell ist aus einer leichten Erkältung, die nicht oder ungenügend behandelt wird, eine (chronische) Lungenentzündung geworden, die auch tödlich verlaufen kann. Man sollte also immer vorsorglich einen TA aufsuchen.
Knackende Atemgeräusche bedeuten, dass die Atemwegserkrankung nicht mehr "harmlos", sondern schon fortgeschrittener ist. In diesem Fall bitte mit dem notwendigen TA Besuch nicht warten. Hier hilft meistens nur noch ein Antibiotikum.
Bei Erkältungen kann man unterstützend auch Baby Fenchel- oder Kamillentee anbieten (evt. leicht mit Honig süßen, wenn die Ratten ihn nicht nehmen). Auch das Aufstellen einer Duftschale mit über einer Kerze erwärmtem Chinaöl hat schon geholfen.
Wichtig ist hier, dass nicht zuviele Tropfen verwendet werden und die Duftlampe in einiger Entfernung zum Käfig steht! Wenn die ätherischen Öle uns in ca. 30 cm Abstand noch in den Augen brennen, ist es zuviel.
Gut bewährt hat sich auch die Gabe von Echinacea. Dieses immunsystemstärkende Naturmittel gibt es als Saft (Echinacea Stada Junior ohne Alkohol), als normale Tabletten zum Zerstoßen (auch von Ratiopharm) oder kleine Kügelchen, genannt Globuli (Echinacea D6) in der Apotheke. Allerdings sollten auch homöopathische Mittel nur in Absprache mit dem TA gegeben werden!

Die Tiere sollten auf jeden Fall warm (genügend Nistmaterial zur Verfügung stellen) und zugfrei gehalten werden und während einer Erkältung nicht die Möglichkeit zum Baden bekommen.

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Schiefköpfigkeit
bei Ratten geht meist einher mit Gleichgewichtsstörungen. Ursache kann eine Schädigung des Innenohrs, eine Mittelohrentzündung, nicht behandelte am Kopf sitzende Abszesse oder auch ein schlecht sitzender entzündeter Zahn sein. Auch ein Schlaganfall oder ein Gehirntumor kann die fehlende bzw. gestörte Motorik, also einTorkeln oder Umkippen, auslösen. Ein rechtzeitiger Gang zum TA und die Gabe von z.B. einem geeigneten AB (Antibiotikum) oder anderen Medikamenten kann ein Stagnieren, manchmal sogar eine Verbesserung einbringen. Eine hohe Vitamin B Gabe ist anzuraten, da diese für die Stärkung der geschädigten Nerven sorgen.

Die geschädigte Ratte fällt durch die schiefe Haltung des Kopfes auf. Meist ist sie einseitig in ihrer Motorik beeinflusst, kippt auf dieser Seite, gerade wenn sie abwärts geht oder torkelt z.B. beim Putzen. Auch eine so beeinträchtigte Ratte kann noch monatelang bis an ihr Lebensende gut unter ihren Artgenossen weiterleben, solange sie selbständig ihr Futter aufnehmen und sich putzen kann.
Grundvoraussetzung ist natürlich, dass die Ratte entsprechend tierärztlich und mit Medikamenten versorgt ist.
Es ist aber darauf zu achten, das die Käfigeinrichtung so gebaut ist, das die Ratte nicht tief (mehr als 20 cm) abstürzen kann. Hohe und steile Klettermöglichkeiten am Gitter sollen ebenfalls vermieden werden. Auch beim Freilauf sollte auf Gefahren geachtet werden, da diese Ratten immer wieder versuchen werden, hohe Entfernungen zu erklettern und sich dabei schnell überschätzen.

Sollte die Ratte sich nicht mehr selbständig ernähren oder putzen können und sich nur noch völlig unkontrolliert im Kreise drehen, sollte dennoch überlegt werden, das Tier zu erlösen.

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Bindehautentzündungen
bekommen Ratten oft durch Zugluft. Bindehautentzündungen zeigen sich oft durch verklebte Augen. Diese können mit lauwarmen Wasser und einem weichen Lappen vorsichtig gesäubert werden. Bitte keinen Kamillentee anwenden, da dieser die Augen austrocknen kann. Ein TA Besuch sollte umgehend vereinbart werden, dort bekommt Ihr auch die entsprechende Salben für die Behandlung.
Eine nicht behandelte Bindehautentzündung kann auch zu Blindheit führen.
Aber auch andere Erkrankungen oder (Biss-) Verletzungen können zum teilweisen oder kompletten Verlust des Sehvermögens der Ratte führen. Von daher gehören diese sofort in tierärztliche Behandlung!
Bei vielen Ratten stellt man die Erblindung durch eine Trübung des Auges fest. Da kann z.B. so aussehen:

trübes Auge            Blindheit

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Hinterhandslähmung
Gerade bei älteren/alten Ratten kann man manchmal eine Hinterhandslähmung feststellen. Diese ist meistens altersbedingt und tritt eher bei den etwas schwereren Männchen auf. Aber auch Weibchen können betroffen sein.
Diese Lähmung beginnt fast unbemerkt. Zuerst bildet sich die Rückenmuskulatur zurück, der Rücken wird knochig und die Beckenknochen sind deutlich zu spüren. Die Ratte kann ihre Hinterbeine nicht mehr richtig unter den Körper setzen und bekommt einen watschelnden Gang.
Gut, O.K., den haben sie sowieso ;-)
Nach und nach fällt ihr das Laufen schwerer, bald werden die Hinterbeine hinterhergezogen und die Ratte zieht sich mit den Vorderbeinen über den Boden. Die Ratte ist dabei (wenn es sich um diese altersbedingte Lähmung handelt - vom TA überprüfen lassen!) zumindest Anfangs schmerzfrei und es besteht kein Grund, sie vorschnell einschläfern zu lassen. Allerdings sollte das regelmäßig vom TA kontrolliert werden und (später) ggf. ein geeignetes Schmerzmittel verabreicht werden.
Allerdings sollte der Käfig behindertengerecht eingerichtet bzw. umgestaltet werden. Anstelle von Leitern kann man mit Teppich (keine Schlingenware!) überzogene Holzbretter ("Rampen") anbringen. Alternativ kann man auch Querleisten in geringem Abstand anbringen.
Das Futter und Wasser sollte immer und leicht für die Ratte erreichbar sein.
Sobald sie sich nicht mehr selbständig putzen kann, müssen wir das übernehmen. Gerade der Genitalbereich darf hier nicht vergessen werden. Ein weicher Schwamm und warmes Wasser reichen völlig aus.
Solange die Ratte einen munteren Eindruck macht, sichtlich ihr Leben - wenn auch eingeschränkt - geniesst, sollte man es ihr auch gönnen. Auch wenn ihr es manchmal kaum mit ansehen könnt, die meisten Ratten kommen damit noch längere Zeit sehr gut klar.

Neu: Fotos gibt es hier: Ratte mit HHL

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Verstauchungen
Verstauchungen, Prellungen und Brüche (stumpfe verletzungen) können bei Ratten schnell mal durch Abstürze entstehen. Der TA kann schnell feststellen, ob eine Verstauchung oder gar ein Bruch vorliegt. Viel kann er da leider auch nicht machen, ein Rattenfuß lässt sich nun einmal schlecht eingipsen. Man kann den Fuß der Ratte mehrmals täglich mit Traumeel oder Mobilatsalbe vorsichtig einreiben, auch die Gabe von Arnika D6 Globulis (mit dem TA absprechen!) kann helfen.
Die Ratte sollte möglichst wenig klettern, das Futter und Wasser in gut erreichbare Nähe des bevorzugtem Schlafplatzes aufgestellt werden.

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Wunden / Bisse
Kleine Wuden und kleine Bissstellen behandeln wir z.B. erfolgreich mit der Salbe "Bepanthen". Welche Salbe im Einzelfall bei welcher Verletzung angewendet werden sollte, muss auf jeden Fall vorher mit dem TA abgeklärt werden. Die Salbe wird mehrmals täglich direkt auf die Wunde aufgetragen. Anschließend ca. 15 Minuten dafür sorgen, dass die Ratte (und auch die Rudelmitglieder) nicht an der Wunde leckt und die Salbe einziehen kann.
Bei größeren Wunden mit Blutverlust sollte auf jeden Fall umgehend ein TA aufgesucht werden.

Bisswunde
Eine gut verheilte Bißwunde an der Schwanzwurzel

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Durchfall
kommt eigentlich nicht so häufig vor. Meist liegt die Ursache in einer (ungewohnten) Fütterung (z.B. Umstellung) oder durch zu viel Grünfutter. Als erste Maßnahme sollte man alles Frischfutter entfernen und der Ratte Zwieback, Haferflocken und ihr normales Körnerfutter anbieten. Auch Bananen kann man anbieten, allerdings in Maßen. Es ist darauf zu achten, daß die Ratte viel trinkt (verdünnter schwarzer Tee, Baby-Durchfalltee, Fencheltee, ggf. mit etwas Honig oder Traubenzucker süßen), da sie sonst sehr schnell innerlich "austrocknen" kann. Sollte der Durchfall nicht innerhalb von 1 - 2 Tagen vorüber sein, ist ein Besuch beim Tierarzt unumgänglich! Sollte dieser versäumt werden, kann die Ratte austrocknen und das kann schnell zum Tod führen. Sehr junge Ratten müssen noch am selben Tag zum TA!

Auch bei Stress und Angst (z.B. beim Tierarzt oder Transport) kann die Ratte einen breiigen Kot absetzen, dieser ist nicht weiter beunruhigend, wenn er sich, sobald die entsprechenden Umstände wegfallen, wieder normalisiert.
Einige Ratten bekommen während oder nach einer AB Behandlung Durchfall, hier ist sofort der TA zu informieren!

Als erste Maßnahme kann man bei Durchfall auch bird-bene-bac anbieten. Die Paste ist beim TA erhältlich und reguliert die Darmflora (wie auch Joghurt). Ist auch bei einer Antibiotika Gabe empfehlenswert.

Aber auch Wurmbefall kann Durchfall verursachen und da einige Würmer auch auf Menschen übertragbar sind, sollte bei anhaltendem Durchfall immer ein TA hinzugezogen werden.

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Es gibt noch eine Menge weitere Krankheiten, die bei Ratten auftreten können, hier sind nur die häufigsten aufgeführt. Oft können auch Allergien auftreten, deren mögliche Ursache herauszufinden beinahe unmöglich ist. Oftmals sorgen Heu, Stroh oder zu staubige Einstreu (handelsübliche Kleintierstreu) für Allergien, die sich dann in vermehrtem Niesen oder auch Juckreiz äußern können. Hier kann man nur ausprobieren, woran es liegt oder eben auf diese Käfigeinlagen verzichten.

Homöopathische Tipps dazu bekommt Ihr von Corinna & Walter

Erste Hilfe in Notfällen:

Blutungen: Hier kann man versuchen, die blutende Wunde z.B. mit einem Stück Mullbinde oder mit Clauden Watte (blutstillend, Apotheke) abzudrücken.
Zeitgleich ist der TA zu informieren, damit man möglichst zur selben Zeit in der Praxis eintrifft bzw. man muss sich sofort auf den Weg machen. Vielleicht kann der TA auch zu Euch nach hause kommen, um dem Tier weiteren Stress zu ersparen.
Hier ist sofortiges Handeln notwendig, da eine Ratte sehr schnell verbluten kann!

Verschlucken: Es kann passieren, dass sich eine Ratte durch zu hastiges Fressen so sehr verschuckt, dass sie daran ersticken kann. Dabei würgt sie heftig, es kann Schleim aus dem Mund kommen (hat nichts mit Erbrechen zu tun, Ratten können nicht erbrechen) und ringt nach Luft.
Helfen kann man hier, indem man die Ratte "über Kopf hängt" und dabei auf den Rücken klopft. Man nimmt dazu die Ratte um den Körper und lässt den Kopf runterhängen. Das auf den Rücken klopfen muss dabei wohl dossiert sein - nicht zu heftig aber doch so, dass das festsitzende Teil sich lösen kann. Dieser Vorgang muss ggf. mehrfach wiederholt werden.

Atemnot: Die Ratte sitzt da und japst angespannt nach Luft. Auch hier ist sehr schnelles Handeln angesagt. Das Tier sollte beruhigt werden. Dazu eignen sich Rescue Notfalltropfen (Bachblüten, Apotheke), die man direkt ans Mäulchen bzw. Zunge oder auf die ;Pfötchen (zum Ablecken) geben kann. Sollte das nicht möglich sein, kann man auch ein paar Tropfen in den Nacken reiben.
Anschließend, besser noch zeitgleich sollte sofort der TA aufgesucht werden!

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