Sam

03/1997 - 24.07.2000

Sam

Sam, ein chocolate hooded (Haubenratz) ist aus dem Buchholzer Tierheim. Er wurde zusammen mit 35 anderen Ratten, Weibchen, Männchen, Babies - alles durcheinander - in einem kleinen Stiefelkarton im Tierheim abgegeben. Angeblich wurde der Karton so gefunden - wie es ja so oft angegeben wird. Sam war der einzige Übriggebliebene und so kam er zu mir. Geboren ist er ca. im März 1997, erhalten habe ich ihn im Februar 1998.

Auch er wurde natürlich kastriert, damit er in mein Rudel integriert werden konnte. Beinahe ist er aus der Narkose nicht mehr erwacht. Er sprang ganz plötzlich gute 30 cm in die Luft und fiel wieder herunter. Ich wusste nicht, was ich tun sollte und habe dann vorsichtig sein Herz massiert. Es ging ihm bald wieder besser und am nächsten morgen (nach einer gemeinsamen Nacht auf dem Sofa) war er endlich wieder fit.
Im November 98 bemerkte ich eine erbsengrosse Beule direkt neben der Wirbelsäule und noch in der selben Woche wurde er operiert. Der Tumor wurde erfolgreich entfernt und kam auch nie wieder. Was auch nie wieder kam, war die Unterwolle seines Fells an genau dieser Stelle.

Sam war eine "Zauberratte" (Danke FeliX für dieses wirklich bezaubernde Wort), immer lieb, immer schmusebereit, jede neue Ratte wurde von ihm sofort und ohne Einschränkungen adoptiert.

Im Alter von 2,5 Jahren fing dann seine Hinterhandslähmung an. Trotz dieser Behinderung war er noch sehr lebenslustig, auch wenn er sich zum Schluss kaum noch bewegen konnte. Er putzte fleissig jede Ratte die in seine Nähe kam und freute sich über die kleinste Zuwendung.

Dann bekam er über Nacht eine Beule direkt unter seinem rechten Auge. Ich dachte zuerst an eine Entzündung, die Beule war aber steinhart. Da Wochenende war, kam ich erst am Montag zu meinem TA. Inzwischen war das Auge zugeschwollen und Sam hatte wohl auch Schmerzen. Überhaupt hatte er an diesem Wochenende rapide abgebaut. Ich denke mal, dass er auch unter Wusels Wegbleiben gelitten hat, die beiden waren ja ständig zusammen und dicke Freunde.

Die TÄ bestätigte meine Vermutung eines Tumors oder Abszesses am Jochbein direkt unter dem Auge. Die Behandlung mit Punktion und Narkose aber hätte Sam nicht mehr überlebt, dazu war er schon zu schwach.
Und so beschlossen wir, dass es das Beste für Sam wäre, ihn zu erlösen.

Jedes Einschläfern eines Tieres ist immer wieder eine schlimme Erfahrung, aber gerade bei Sam hat es mir ganz besonders wehgetan. Gleich nachdem er die einleitende Narkosespritze bekommen hatte, begann er voller Vertrauen meine Hände abzulecken, wie er es immer getan hat, wenn wir geschmust haben. Er konnte bald kaum mehr seinen Kopf anheben, versuchte aber trotzdem, den Blickkontakt zu halten und putzte meine Finger, so gut er noch konnte. Und dann war es zu Ende....*schnief*

Sam, liebster Ratterich der Welt, nun bist Du wieder bei Wusel und all Deinen RattenFreunden!

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