Wusel

03/1998 - 18.07.2000

Wusel

Wusel, ein sehr dunkler, fast chocolateagouti berkshire, ist schätzungsweise im März 1998 geboren. Ich habe 5 Stunden gebraucht, um ihn im Keller von Bekannten zu fangen. Er hatte sich in den rückwärtigen Eingeweiden eines Kühlschrankes eingenistet und war ca. 3 Monate (wenn man die Ködelanzahl zugrunde legt) in dem Keller, bis ich ihn einfing.
Wusel kam auf Lockrufe zwar meinem Finger entgegen, biss mich auch nicht, aber das war es dann auch.
Immer und immer wieder kam er vorsichtig näher, sobald ich mich aber bewegte oder die Hand nach ihm ausstreckte, flitzte er ziemlich schnell wieder in eine sichere Entfernung.
Es gelang nur mit vielen Tricks, ihn in die Lebendfalle zu bekommen.

Wusel war vermutlich ein "Halbwilder", also ein Mischling aus einer wilden Wanderratte und Farbratte. Zumindest hatte er einen hohen Wildanteil im Blut. Es gab einige äußerliche Anzeichen und eine Menge im Charakter. Wusel hat mich zwar niemals versucht zu beissen, war jedoch allem und jedem gegenüber äußerst misstrauisch und liess sich meist nur unter Protest anfassen und aufheben.
Zum Schluss habe ich es geschafft, dass er bis zu einer halben Stunde einigermassen ruhig auf meiner Schulter unter den Haaren oder in einem Handtuch versteckt auf meinem Schoss (weit weg von meinen "gefährlichen" Händen) sitzenblieb. Wusel ist kastriert worden, da er zu den Weibchen sollte und hat sich dort sehr gut eingelebt. Die Integration von ihm war wirklich sehr einfach, er hat sich allen anderen Ratten sofort unterworfen. Sein allergrösster Freund ist aber Sam geworden.

Wusel war immer gesund, nicht einmal einen Schnupfen hatte er bekommen. Aber dann kam es doch noch. Wusels Atmung wurde immer schwerer und der TA diagnostizierte ein Lungenödem (Wasser in der Lunge). Vor lauter Aufregung bekam er noch beim TA eine heftige Schnappatmung (er war fremde Menschen ja gar nicht gewöhnt), die auch wieder zu hause noch fast eine Stunde andauerte, bevor er sich wieder beruhigte.

Ich habe ihn dann eine Woche mit Lasix (zur Entwässerung) behandelt, konnte aber keine wirkliche Besserung feststellen. Beim nächsten TA Besuch bekam er schon im Wartezimmer kaum noch Luft. Er hatte zudem grosse Angst und diese Aufregung sorgte für ein noch schlechteres Luft bekommen.

Der TA hörte ihn ab, stellte fest, dass das Wasser zwar fast vollständig wieder aus der Lunge raus war, aber das Atemvolumen inzwischen so gering war, dass die akute Gefahr bestand, dass er ersticken würde. Schweren Herzens beschloss ich, ihn zu erlösen. Einen Erstickungstod wollte ich ihm ersparen.

Wusel, mein Dickerchen, lass es Dir gut gehen im Regenbogenland!

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