Milben, Haarlinge, Läuse und Flöhe bei Ratten

Die Ursachen für Parasitenbefall sind meist Kontakt zu bereits befallenen Tieren (bei Besuchen kann man welche über die Kleidung mitbringen) und/oder das regelmäßige Hinzusetzen von neuen Ratten ohne eine Quarantänezeit einzuhalten.
Aber auch über einige Einstreusorten/Heu/Stroh, ungewaschenes Frischfutter usw. kann man sich Parasiten holen. Auch eine unhygienische Haltung oder zu hohe Besatzdichte können Ungezieferbefall hervorrufen.
Die befallene Ratte hat starken (unangenehmen bis schmerzhaften!) Juckreiz durch die (meist) blutsaugenden Parasiten und kratzt sich vermehrt. Dadurch entstehen bei stärkerem Befall kleine bis größere verschorfte Wunden, bevorzugt im Kopfbereich (unter dem Kinn) und an der Schulter. Auch Haarausfall, ein struppiges Fell und eine schuppige Haut sind als Begleiterscheinungen möglich. Sehr starker Befall soll sogar zu Blutarmut führen können und auf die Lunge schlagen.
Oft wird der Parasitenbefall zumindest anfangs nur bei einem oder wenigen Ratten bemerkt. Befallen sind natürlich alle Tiere, so dass auch alle zeitgleich (ebenso wie Käfige und Freilaufgebiete) behandelt werden müssen. Nur gehen Parasiten meist verstärkt auf ältere, schwächere oder kranke Tiere über.

Milbenbefall Milbenbefall Wunden
Bereits starker Milbenbefall bei einer Ratte

Mittel gegen Parasiten gibt es im Fachhandel und beim Tierarzt. Die Mittel beim TA sind allerdings den verschiedenen Mittelchen aus dem Handel vorzuziehen, da viele Parasitenmittel aus dem Fachhandel nicht oder nur bei bestimmten Parasiten wirken - wenn überhaupt...
Auch kann nur der TA durch eine vorhergehende Untersuchung die genaue Art der Parasiten bestimmen und ein entsprechendes Mittel verordnen.

Wir wenden bei z.B. Haarlingen erfolgreich "Frontline" Spray für Hunde und Katzen an. Es wirkt gegen alle Entwicklungsstadien von Parasiten (jedoch nicht bei Milben).
Die Anwendung muß sehr sparsam vorgenommen werden. Zwei bis drei kleine Sprühstösse (je nach Größe der Ratte) auf die Ratte genügen völlig. Man kann es dann noch leicht in das Fell einmassieren. Natürlich sollte der Kopf so nicht eingesprüht werden, da das Mittel nicht in die Augen und auf die Schleimhäute gelangen soll. Für den Kopfbereich sprüht man sich etwas auf die Gummi behandschuhten Hände und verreibt es vorsichtig mit den Fingern.
Frontline gibt es nur beim TA.

Die Prozedur muß nach 10 - 14 Tagen wiederholt werden, damit auch evt. überlebende bzw. grad geschlüpfte Nissen abgetötet werden.
Wir raten immer wieder davon ab, bei Parasiten Badezusätze zu verwenden, da es nur unnötiger Stress (verbunden mit unzähligen Kratzern) für Tier und Mensch bedeutet und es ja andere Mittel gibt, dieser Stress also auch vermeidbar ist. Auch Spritzen sind eigentlich nicht notwendig.

Bei Grabmilben (Räudemilben) haben wir früher Ivomec Injektion (Wirkstoff "Ivermectin") verwendet. Allerdings soll es bei dieser Injektion schon zu Todesfällen (Schocktod) gekommen sein, so dass wir inzwischen auf Stronghold Spot on (für Welpen, bzw. Tiere bis 2,5 kg, Wirkstoff "Selamectin") zugreifen. Stronghold gibt es in verschiedenen Dosierungen nur direkt beim TA.
Nachtrag: es gibt inzwischen Ivomec pur on, welches von vielen Rattenhaltern inzwischen auch erfolgreich eingesetzt wird.

Man reibt 1 Tropfen hinter den Ohren im Nacken der Ratte ein; bei schwereren Ratten (so ab 600 Gr) kann man auch 2 Tropfen nehmen.
Es wirkt 3-4 Wochen lang. Danach kann man eine Widerholungsbehandlung vornehmen, meist aber sind dann alle Parasiten weg. Auch das kann und sollte der TA nachuntersuchen.

Nachtrag: Alle hier genannten Antiparasitenmittel sind bei Trächtigkeit und bei Müttern mit säugenden Welpen mit großer Vorsicht zu genießen. Um "ungefährlichsten" hat sich wohl Stronghold spot on erwiesen.
Trotzdem sollten die Mittel wirklich nur dann gegeben werden, wenn der Parasitenbefall stark ist und die weitere Gesundheit des Muttertiers gefährdet ist. Dies sollte man auf jeden Fall mit dem TA seines Vetrauens besprechen!
Nähere Infos dazu könnt und solltet ihr auch in verschiedenen Threads im Rattenforum nachlesen. Hier mal ein Direktlink (funktioniert nur bei registrierten Usern) mit weiterführenden Links:

Stronghold bei trächtiger Ratte?

Einige Grabmilbenarten machen sich durch pickelige Auswüchse an den Ohren ("Blumenkohlohren") und am Schwanz bemerkbar.

Blumenkohlohren
Die sogenannten "Blumenkohlohren". Für eine größere Ansicht bitte auf das Bild klicken.

Vielen Dank an Woki (Rattenforum) für das zur Verfügung stellen des Bildes und an Silva (ebenfalls Rattenforum) für das Fotomodell :)

Wichtig ist, dass bei Parasitenbefall der Käfig und die gesamte Freilaufumgebung in die Behandlung mit einbezogen werden. Viele Parasiten legen ihre Nissen ausserhalb des Wirts ab. Am besten, man reinigt den Käfig und die Umgebung am selben Tag, an dem die Ratten eingerieben werden, gründlich und backt die Holzteile kurz bei 90 - 100° C. im Herd aus. Das überlebt eigentlich kein Parasit.
Für alle anderen Käfigteile und auch für den Freilauf eignet sich z.B. Kadox Spray (direkt beim TA).

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