Transportieren von Ratten zum TA oder in den Urlaub

Gerade in der heißen Jahreszeit kann ein Transport im heißen Auto schnell tödlich für die Ratte enden, da diese sehr hitzeempfindlich sind (normale Umgebungstemperatur sollte um 20° C sein). Bereits Temperaturen von etwas über 25° C machen sich durch Schlappheit bemerkbar. In einem Auto können sehr schnell weit höhere Temperaturen (über 50 Grad) aufkommen, es droht Hitzeschlag - Gefahr.
Dieser äußert sich durch Apathie, die Ratte liegt lang ausgestreckt und atmet sehr heftig. Dabei sind die Augen wie im Schockzustand (was ja auch der Fall ist) weit geöffnet. Es kann zu Herzversagen kommen und daher ist schnell Abhilfe zu schaffen.

Die Ratte muß vorsichtig abgekühlt werden. Am besten, man legt nasse Lappen, Taschentücher o.ä. vorsichtig auf den Körper der Ratte. Trinkwasser (ggf. leicht gesalzen) sollte auf jeden Fall angeboten werden. Man kann die Ratte auch mit Wasser (mit dem Finger) einnässen.
Wenn es der Ratte nicht augenblicklich besser geht, bitte auf dem schnellsten Weg zu einem TA fahren! Aber auch so rate ich, abschließend die Ratte dem TA vorzustellen.

Man muß es aber gar nicht erst soweit kommen lassen. Wenn man Ratten bei heißen Temperaturen transportieren muß, sollte folgendes unbedingt beachtet werden:

Möglichst in den frühen, noch kühlen Morgenstunden fahren, das Auto vorsorglich vorher im Schatten abstellen. Wenn das nicht möglich ist, fahrt das Auto vorher mit komplett geöffneten Fenstern ein paar Mal um den Block.

Im Sommer keine rundum geschlossenen Transportboxen aus Plastik oder ähnliche komplett geschlossene Behälter benutzen, da sich dort schnell ein Hitzestau bilden kann. Für die warme Jahreszeit bieten sich vergitterte Behälter in verschiedenen Größen aus dem Handel an. Auch kleine Hamsterkäfige sind ein geeignetes Transportmittel.

Gitterbox                    Pet Care

Es gibt extra für Nager auch Boxen aus Plastik mit vielen Lüftungsschlitzen im Deckel (von oben zu öffnen) und an den Seiten, so z.B. der "Pet Caddy", oben rechts.

Den Behälter auf keinen Fall der Sonneneinstrahlung aussetzen. Auch auf ein zusätzliches Schlafhaus sollte ggf. wegen des Wärmestaus verzichtet werden.
Deckt den Käfig bei Sonneneinstrahlung mit einem leichten (evt. feuchtem) Handtuch ab, aber so, dass auch weiterhin die Luft darin zirkulieren kann.

Auf jeden Fall eine Trinkflasche mitnehmen und der Ratte diese regelmäßig anbieten. Vorsorglich noch eine große normale Flasche mit Wasser gefüllt mitnehmen, dann kann man die Ratte zwischendurch immer wieder mal mit Wasser benetzen. So heizt sie innerlich nicht so sehr auf. In die Transpotbox sollte man als Wassersatz Salatgurke, Melone oder anderes sehr feuchtigkeitshaltiges Obst legen. Dafür sorgen, das es ausreichend Luftzirkulation im Transportbehälter gibt (natürlich nicht mit weit offenen Fenstern oder Verdeck fahren), es reicht, ihr immer wieder mal Luft zuzufächern. Unbedingt vor Zugluft schützen!

Man kann am oder auch im Transportbehälter in Handtücher eingewickelte (!) Kühlakkus drappieren, um die Ratten abzukühlen. Diese sind so anzubringen, dass die Ratten nicht drankommen, sie gar auspacken und sich drauflegen (Gefahr von Blasenentzündung). Also am besten innen oder außen am Deckel anbringen.

Das sind nur einige Vorsichtsmaßnahmen. Die beste Lösung ist natürlich, bei so hohen Temperaturen gar nicht erst loszufahren. Nur lässt sich das leider nicht immer einrichten, wichtige TA Besuche sollte man deswegen nicht aufschieben.

Im Winter, bei sehr kühlen Temperaturen oder Wind ist wiederum die geschlossene Plastikbox vorzuziehen. Die Box sollte vor Zugluft geschützt sein. Es muß darauf geachtet werden, das ausreichend Nistmaterial (Handtücher, Küchentücher o.ä.) in der Box ist, damit die Ratten warmgehalten werden und sich nicht erkälten. Die Box selber sollte mit einem großen Handtuch abgedeckt werden. Darauf achten, dass trotzdem genügend Sauerstoff in den Transporter gelangt.
Bei sehr eisigen Temperaturen kann man den Transporter auch zuäsätzlich noch in eine Reisetasche packen, die oben natürlich etwas offen sein muss, damit die Tiere auch noch Luft bekommen.
Das kalte Auto kann man vorher auch erst warmwerden lassen.

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