Die Vitamine

Vitamine sind lebensnotwendige Stoffe, ein Mangel führt auch bei Ratten zu Mangelerkrankungen. Deshalb müssen sie regelmäßig über eine gesunde vitaminreiche Ernährung zugeführt werden. Da kein Lebensmittel alle 13 Vitamine zusammen enthält, ist es klar, dass die Ernährung unserer Lieblinge abwechslungsreich gestaltet werden muss.

Man unterteilt die Vitamine in 2 Gruppen:
- Fettlösliche Vitamine: Vitamine A (Provitamin A/b-Carotin), D, E, K
- Wasserlösliche Vitamine: Vitamine der B-Gruppe, Vitamin C

Da fettlösliche Vitamine im Körper in der Leber und im Fettgewebe gespeichert werden, kann der Körper auch lange Zeit (Wochen bis sogar Monate) ohne äusserliche Zufuhr mit diesen gespeicherten Vitaminen (als Reserve) auskommen.
Allerdings kann genau diese Reserve durch Zugabe auch zu Überdosierungen bei den fettlöslichen Vitaminen führen.

Vitamin C und die Vitamine der B-Gruppe (Vitamin B1, B2, B6, B12, Biotin, Folsäure, Niacin, Pantothensäure) werden vom Körper nur in geringen Mengen gespeichert, weswegen sie regelmäßig über eine gesunde vitaminreiche Ernährung zugeführt werden müssen.
Ratten produzieren ihr Vitamin C im Gegensatz zu z.B. Meerschweinen und auch Menschen allerdings selber, weswegen es nicht extra zugeführt werden muss.

Die Angaben unten in der Tabelle sind für Menschen, nicht speziell für Ratten.

Fettlösliche Vitamine

Vitamine

Zuständigkeit

Vorkommen z.B. in

Mangelsymptome

Überdosierungssymptome

A
Retinol, Axerophtol

Sehen, Aufbau der Haut und der Schleimhäute, Wachstum, Zähne, Immunsystem

Eigelb, Käse, Fisch

Erblindung, Austrocknen der Augen, schuppige und/oder trockene Haut, Karies, Infektanfälligkeit, Wachstumsstörungen der Knochen

unscharfes Sehen, Haarausfall, Leber- und Milzschäden, Wachstumsverzögerungen

Beta Carotin
Provitamin A

Vorstufe v. Vitamin A, natürliches Antioxidans für den Zellschutz

gelb-oranges und grünes Obst und Gemüse (Karotten, Melone, Kürbis, Pfirsich, Aprikose

siehe Vit. A

gelblich verfärbte Haut

D
Calciferol (Vorstufe: Ergosterin)

Knochen- und Zahnbildung

wird bei genügend Sonneneinstrahlung (UV) in der Haut gebildet, Eigelb, Lebertran, Hefe, grünes Gemüse

Entkalkung der Knochen, Knochenerweichung, Muskelzuckungen und Krämpfe

Gewichtsverlust, Reizbarkeit, Kalziumentzug aus Knochen und Gewebe Verzögerung der geistigen und körperlichen Entwicklung im Wachstum

E
Tocopherol

schützt die Zellen vor Zerstörung durch freie Radikale, Blutbild, Fruchtbarkeit

Pflanzliche Öle und Fette, Nüsse, Getreidekeime, Vollkornflocken und -brot, Vorderlappen der Hypophyse

keine spezifischen Mangelerkrankungen, selten leichte Schädigung der Blutzellen

Kopfschmerzen, vermehrte Blutungsneigung

K
Phytomenadion

Blutgerinnung, Knochenbildung, Leberentgiftung, Resorption der Darmschleimhaut

Grünblättriges Gemüse (z.B. Kohlrabi, Eisbergsalat), Fleisch, Ei, wird im Darm gebildet

erhöhte Blutungsneigung

Anämie, Gelbsucht, Thrombosen



Wasserlösliche Vitamine

Vitamine

Zuständigkeit

Vorkommen

Mangelsymptome

Überdosierungssymptome

B1
Thiamin (Aneurin)

Nerven, Kohlenhydratstoffwechsel, Wasserhaushalt

Kartoffeln, Sojabohnen, Vollkornflocken, Brot, Sonnenblumenkerne, Hefe, Getreidekleie, grüne Erbsen

Herzstörungen und Herzvergrösserung, Leistungsabfall, geistige Verwirrung, Krämpfe, Muskelschwäche, Nervenstörungen (u.a. Störung im Bereich des vegetativen Nervensystems)

bei Überdosis von 1000facher empfohlener Tagesdosis tritt Schock ein

B2
Riboflavin (Laktoflavin)

Verwertung von Fett, Eiweiss und Kohlenhydraten, Erhaltung der Schleimhaut

u.a. Eigelb, Gemüse, Vollkorn, Hefe, Keime, grüne Pflanzen, Brot, Pilze, Käse

Blutarmut, Lichtempfindlichkeit der Augen

keine bekannt

B6
Pyridoxin (Adermin)

Nerven, Blutkörperchenbildung, Wachstum, Stoffwechsel (Eiweiss-, Leber-)

Vollkornflocken, Brot, Reis, Milchprodukte, Bananen, Hefe

Haut- und Schleimhautentzündungen, Nierensteine, einige Formen von Blutarmut, Krämpfe

Leberschaden bei Ratten nachgewiesen

B12
Cobalamin (Antiperniziose-faktor)

Nervenfunktion, Bildung der roten und weissen Blutkörperchen, Zellteilung (im Wachstum), Leber, Haut und Schleimhäute

Tierische Produkte (Fleisch, Fisch, Eigelb, Milchprodukte, Käse), Magenschleimhaut

Nervenschädigungen (Verkümmerung der peripheren Nerven, Blutarmut

keine bekannt

H
Biotin

Haare und Nägel, Haut und Schleimhautbildung, beteiligt an Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel, Wachstum

Eigelb, Reis, Molke, Keime, Sojabohne, Hefe, wird im Darm durch Bakterien gebildet

Hautveränderungen, Haarausfall, Mangelerscheinungen sehr selten

keine bekannt

Folsäure
Folacin, Nahrungsfolat

Bildung der roten und weissen Blutkörperchen, Zellteilung (Fötenentwicklung)

Gemüse (Salat, Weizenkeime, Hefe

Blutarmut durch zu grosse rote Blutkörperchen, Entwicklungsstörungen bei Föten (Missbildungen)

Kann bei Epileptikern die Krampfmittel nehmen, gefährlich sein

Niacin
Nicotinamid (Nicotinsäureamid)

Herzfunktion, zentrales Nervensystem (Hirn), Haut, Kohlehydrat- und Eiweissstoffwechsel

Getreideflocken, Brot, Gemüse, Hefe, Pilze, Erdnüsse, Körner, Früchte, Geflügel

Hautveränderungen, Müdigkeit, Appetitverlust, Durchfall, geistige Verwirrung, Erregbarkeit

Krämpfe, Juckreiz, Leberschaden, Darmprobleme

Pantothensäure

Aufbau der Haut (Wundheilungsfördernd), Steuerfunktion im Gesamtstoffwechsel, Hormonbildung

fast alle Lebensmittel

schlechte Wundheilung, Müdigkeit, Schlafprobleme, Bauchweh

keine bekannt

C
L-Ascorbinsäure (Hexuron-säure)

Immunsystem, Bildung von Bindegewebe und Knochen, Zellstoffwechsel, Zahnerhaltung

Alle Früchte und Gemüse

Infektanfälligkeit, schlechte Wundheilung, (Zahnfleisch-)Blutungen, Zahnlockerung und -ausfall

Nierensteine, Zerstörung von Vitamin B12.

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